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Ursachen und Symptome


Ursachen: manchmal gab es bereits Schwierigkeiten beim Spracherwerb, manchmal gibt es andere Familienmitglieder mit ähnlichen Problemen, manchmal ist keine eindeutige Ursache erkennbar.


Symptome: Bei ansonsten normalen Schulleistungen ist das Lesen und/oder Schreiben auffallend schlechter. Beim Lesen lässt das Kind Buchstaben aus oder auch die unbetonten Vor- oder Nachsilben eines Wortes, übersieht kurze Wörter, kann lange Wörter schlecht entziffern und rät vielleicht, was es sein könnte, vertauscht evt. d-b, n-m, p-b, ie-ei, sch-ch.

Beim Schreiben kann das Kind sich evt. die neuen oder seltener vorkommenden Buchstaben nicht merken, es kann kurze und lange Selbstlaute nicht unterscheiden, kann Wörter nicht lautgetreu aufschreiben, kann Rechtschreibregeln nicht anwenden, hat evt. eine unleserliche Schrift.
Dies ist kein vollständiger Katalog der Auffälligkeiten die auftreten können und bei jedem Kind ist deren Ausprägung individuell. Deshalb ist auch eine individuelle Einzeltherapie einer Gruppentherapie vorzuziehen. Darin können die bisher entstandenen Wissenslücken im individuellen Tempo aufgearbeitet werden. Die dabei erzielten Erfolge motivieren das Kind zu weiteren Anstrengungen und führen zu der Einsicht, dass die Schwierigkeiten überwindbar sind.

 

Behandlung:


Ein Lese- Rechtschreibtest für die entsprechende Altersstufe gibt Auskunft über den aktuellen Wissensstand und den Ansatzpunkt in der Therapie.
Im Lesen wird je nach Fähigkeiten mit einzelnen Wörtern, Sätzen oder kurzen Texten begonnen, deren Inhalt das Kind interessiert. Der Schwierigkeitsgrad wird gesteigert. Es wird darauf geachtet, dass die Wörter vollständig gelesen werden, so dass sich dem Kind auch der Sinn des Gelesenen erschließen kann. Das Lesesinnverständnis wird beobachtet und bei Bedarf trainiert. Die Freude am Lesen soll durch eine geschickte Auswahl des Lesestoffes entlang der Interessen des Kindes geweckt werden.
In der Rechtschreibung wird intensiv an den lautgetreu geschriebenen Wörtern gearbeitet, die im Deutschen immerhin den Großteil von ca. 70% des gesamten Wortschatzes ausmachen. Dazu werden die Wörter in Silben gegliedert und der Vorgang wird durch Schritte und große Armbewegungen verdeutlicht und verlangsamt. Die verbesserte Wahrnehmung der einzelnen Laute des Wortes führt dann zu einer richtigeren Schreibweise. Gleichzeitig werden systematisch Rechtschreibregeln erlernt. Das Erlernte wird durch kurze Hausaufgaben für 4 verschiedene Tage, die meist nicht länger als 10 Min. pro Tag in Anspruch nehmen, wiederholt und gefestigt.
Eine Fehlerkartei wird angelegt und das Üben mit den Fehlerwörtern in ein Spiel eingebunden. Der Einsatz von Kartenspielen und Lernsoftware zum Thema lockert den Übungscharakter auf. Ein Belohnungssystem steigert die Motivation. Der effektivste Ansporn aber entsteht durch die Einsicht des Kindes, dass auch die Rechtschreibung erlernbar ist und seine sichtbaren Fortschritte darin. Ein regelmäßiger Austausch mit Eltern und Lehrern wird angestrebt.