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• Sprachentwicklungsstörungen (SP1)

Auffälligkeiten in der Wort- und Satzbildung, Schwierigkeiten bei der Verwendung der richtigen Artikel, Präpositionen und Verbformen, Schwierigkeiten beim Verstehen von gesprochener Sprache, später Sprechbeginn (mit 2;6 Jahren weniger als 50 Wörter), Zwei- und Mehrsprachigkeit in der Familie

z.B.: Ich Kindergarten gehen.

• Sprachstörungen bei geistiger und oder körperlicher Behinderung

Später Sprechbeginn, geringer Wortschatz, undeutliche Aussprache, vermindertes Sprachverständnis, verbunden mit kurzer Konzentrationsspanne, kurzer Merkspanne, wenig Blickkontakt u.a.

• Störungen der auditiven Wahrnnehmung (SP2)

Bei andauernder oder vorübergehender Hörminderung (z.B. nach häufigeren Mittelohrentzündungen) kann das genaue Hinhören und das Unterscheiden ähnlich klingender Sprachlaute und Wörter beeinträchtigt sein ebenso wie die auditive Merkspanne für Wörter oder Zahlen.

z.B.: Ich gehe in'n Kigarten.

• Artikulationsstörungen (SP3)

Das Unvermögen, bestimmte Laute auszusprechen. Am häufigsten betroffen ist das /s/, das zwischen den Zähnen statt dahinter gebildet wird (Lispeln), das /sch/ das oft als /s/ gesprochen wird, die Vertauschung von /k/ und /g/ mit /t/ und /d/.

z.B.: Ich dehe in'n Tinderdarten.

• Myofunktionelle Störungen in Verbindung mit Artikulationsstörungen (SP3)

Eine Schwäche der Mund- und Zungenmuskulatur führt nicht nur zu Aussprachestörungen, Nuscheln, sondern auch zu einem gewohnheitsmäßig offen stehenden Mund mit Mundatmung, zu einem falschen Schluckmuster, wobei die Zunge gegen die Zähne drückt und diese aus ihrer natürlichen Position nach vorne schiebt. Die Versorgung mit einer Zahnspange wird nur dann Erfolg haben, wenn die Zunge gekräftigt wurde und ein gesundes Schluckmuster erlernt hat. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass die Zunge beim Schlucken an den knöchernen Gaumen drückt.

 

• Bei Schwerhörigkeit oder Taubheit (SP4)

nach Traumata, nach dem Einsetzen eines Cochlea Implants (CI), bei Tubenbelüftungsstörungen u.a.

Es wird das genaue Hinhören trainiert, das Wahrnehmen und Sprechen der unbetonten Silben, die Unterscheidung und deutliche Artikulation ähnlicher Laute, grammatische Codierungen und deren Bedeutung, die Bildung wohlgeformter Sätze, der zeitliche und formale Aufbau einer für den Zuhörer gut verständlichen Erzählung.

• Redeflussstörungen Stottern und Poltern. (RE)

Beim Stottern werden Laute, Silben oder Wörter wiederholt oder es entsteht eine spannungsgeladene Pause vor dem Aussprechen eines Wortes.

Beim Poltern ist die Satzbildung nicht klar und übersichtlich, das Thema wird mit vielen Worten umkreist, ohne es prägnant zu nennen.

• Stimmstörungen (ST)

Wenn Kinder, evt. nach einer Erkältung, eine andauernd heisere und raue Stimme haben, könnte eine Stimmstörung vorliegen. Auch sehr temperamentvolle Kinder, die ihre Stimme zum Durchsetzen auf dem Fußballplatz oder unter den Geschwistern benutzen, sind davon häufiger betroffen.